Wie sieht eine Schule aus, die den Anforderungen modernen Lernens gerecht wird? Diese Frage stand im Mittelpunkt eines Pressetermins an der IGS Büssingweg. Vertreterinnen und Vertreter der Landeshauptstadt Hannover, der Schulleitung, des Kollegiums sowie Schülerinnen kamen zusammen, um die Bildungs- und Kulturdezernentin Eva Bender und Medienvertreterinnen über den aktuellen Stand des Neubaus und das pädagogische Konzept zu informieren.

Es wurde schnell deutlich: Der Neubau ist nicht nur ein Bauprojekt, das mit rund 78 Millionen Euro Kosten einzigartig für eine Schule in Hannover ist, sondern das Ergebnis eines intensiven, mehrjährigen Entwicklungsprozesses. Lehrkräfte und Schülerinnen und Schüler waren von Anfang an aktiv beteiligt und haben gemeinsam Ideen für eine zukunftsfähige Schule entwickelt. Nicht nur, um die baulichen Mängel des alten Schulgebäudes zu beseitigen, sondern auch für ein besseres gemeinsames Lernen mit der so heterogenen Schülerschaft der IGS Büssingweg.


Beteiligung als Schlüssel zum Erfolg

Im weiteren Verlauf des Termins wurde der Beteiligungsprozess näher vorgestellt. In Workshops, Hospitationen und zahlreichen Austauschformaten konnten alle Beteiligten ihre Perspektiven und Ideen einbringen. Auch identitätsstiftende Elemente aus dem bisherigen Schulgebäude wie zum Beispiel von Schülern gestalteten Symbolbilder für die verschiedenen Fachbereiche wurden bewusst aufgegriffen und für das neue Schulgebäude „gerettet“. Auch der Fliesen-Workshop, bei dem rund 400 Schülerinnen und Schüler von Klasse 5 bis 13 bunte und knallige Fliesen für die neuen WC-Bereiche gestaltet haben, wurde als wichtiges Element zur Mitgestaltung genannt.

So entstand ein tragfähiges Konzept, das nicht nur auf dem Papier überzeugt, sondern auch im Schulalltag funktionieren soll. Die breite Mitwirkung sorgt dafür, dass sich die gesamte Schulgemeinschaft mit dem Neubau identifiziert.

„Die Beteiligung aller macht das Konzept nicht nur stärker, sondern auch tragfähig für den Alltag“, sagt Frau Lenius aus dem Schulleitungsteam, „Wir nutzen den Neubau ganz bewusst als Chance Schule neu zu denken – und wir tun das gemeinsam.“


Die Lernmitte als Herzstück

Ein besonderer Fokus lag auf der Vorstellung der sogenannten „Lernmitte“. Anhand eines Musterraums wurde gezeigt, wie zukünftige Lernumgebungen gestaltet sein werden. Offene, flexibel nutzbare Bereiche ergänzen die klassischen Klassenräume und ermöglichen vielfältige Lernformen.

Die neuen räumlichen Strukturen bieten unter anderem:

  • Arbeitsbereiche außerhalb der Klassenräume
  • flexible Raumteilungsmöglichkeiten
  • verbesserte akustische Bedingungen

So wird der Raum selbst zum pädagogischen Werkzeug, das individuelles, kooperatives und selbstständiges Lernen unterstützt.


Einblick aus der Praxis

Wie sich die pädagogische Grundhaltung, die sich im Konzept der Lernmitte widerspiegelt, bereits heute im Schulalltag auswirkt, zeigten die beiden Schülerinnen aus der gymnasialen Oberstufe Katja Mahlin und Kiki Badoe. Sie berichteten von positiven Erfahrungen mit einer engen Begleitung durch die Lehrkräfte, eigenverantwortlichem Lernen und einer offenen Lernatmosphäre, trotz sehr heterogener Lerngruppen mit unterschiedlichen privaten, kulturellen und ökonomischen Hintergründen.

Die „Lernmitte“ soll künftig dazu beitragen, ein ähnliches Lernklima auch in den unteren Jahrgängen zu etablieren und damit allen Schülerinnen und Schülern neue Möglichkeiten zu eröffnen. Dafür muss das Konzept allerdings noch weiter im Detail ausgearbeitet werden im Kollegium.


Blick in die Zukunft

Auch die anwesende Bildungs- und Kulturdezernentin Eva Bender würdigte den innovativen Ansatz der Schule.

„Wir freuen uns sehr über den gelungenen Beteiligungsprozess. Gute Schulen entstehen im Dialog“, sagt Bildungs- und Kulturdezernentin Eva Bender.„Die IGS Büssingweg zeigt, wie wichtig Beteiligung ist, wenn neue Lernräume entstehen – und wie daraus tragfähige Konzepte für die Zukunft wachsen.“

Mit dem geplanten Umzug in den Neubau im Schuljahr 2026/27 verbindet die Schule große Erwartungen: eine Lernumgebung, die den Bedürfnissen der Schülerinnen und Schüler gerecht wird und neue Formen des Unterrichts ermöglicht.

Der Neubau steht damit für einen grundlegenden Wandel – hin zu einer Schule, die Lernen neu denkt und gemeinsam gestaltet.

 

(Foto: v. li. n. re.: Frau Knuth, Herr Thobe, Fachbereichsleiterin Schule Frau Oldenburg, Herr Stolte, Frau Lenius, Herr Mentges, Bildungs- und Kulturdezernentin Frau Bender, Schülerin Katja Mahlin, Schülerin Kiki Badoe.)