Seit dem Herbst haben rund 400 Schülerinnen und Schüler der Jahrgänge 5 bis 13 gemeinsam mit zwei Künstlern den Neubau der IGS Büssingweg kreativ mitgestaltet. Entstanden sind individuelle, bemalte Fliesen, die künftig als Mosaike die Säulen der Toiletten schmücken – und weit mehr sind als bloße Dekoration.
Kunst als Teil des Neubaus
Beauftragt von der Stadt Hannover und dem Gebäudemanagement begleiteten die freischaffenden Künstler Burhan Uzunyayla und Yasemin Yilmaz das Projekt. Ihr Ziel: Die Schülerinnen und Schüler sollten den Neubau, der im kommenden Schuljahr bezogen wird, aktiv mitgestalten und sich mit „ihrer“ neuen Schule identifizieren können.
Seit Herbst waren die Künstler regelmäßig vor Ort. Für jeweils zwei Doppelstunden arbeiteten die Klassen an ihren Entwürfen. Die Teilnahme war freiwillig – doch das Angebot sprach sich schnell herum.
„Sonst eher schwierige Schüler, die oft Probleme im Unterricht haben, arbeiteten sehr konzentriert.“
— Burhan Uzunyayla
Auch insgesamt sei der Workshop sehr gut angekommen.
„Es kamen auch Schüler nach, die erst nicht wollten und dann gehört hatten, dass das toll ist.“
Mosaike als Blickfang
Die gestalteten Fliesen werden künftig als Mosaike die Säulen in den Toiletten zieren und dort als farbenfrohe Blickfänge wirken. Aktuell sind die Arbeiten der Schülerinnen und Schüler fast abgeschlossen. Nun warten die Künstler auf die Rückmeldung, welche Jahrgänge welche Farben erhalten. Anschließend werden die Fliesen noch in den jeweiligen Jahrgangsfarben eingefärbt.
Ergänzt wird das Projekt durch zusätzliche Fliesen, die von den Künstlern selbst gestaltet wurden.
Kreative Orientierung im Schulgebäude
Neben den Mosaiken entsteht auch ein künstlerisches Konzept für die Wegeleitführung im Neubau. Geplant sind Silhouetten-Fotografien von Schülerinnen und Schülern, kombiniert mit Symbolen wie Werkzeug, Musikinstrument, Ball oder Mikroskop. Die nonverbalen Motive sollen Orientierung bieten und gleichzeitig die Vielfalt der Interessen an der Schule sichtbar machen.
„Es wurde einem Platz gelassen für Kreativität“
Die Begeisterung bei den Beteiligten ist spürbar. Lizi aus dem 8. Jahrgang berichtet:
„Das war eine sehr gute Idee und hat viel Spaß gemacht!“
Für ihre Fliese wählte sie einen Charakter aus einer Zeichentrickserie und gestaltete ein Portrait der Figur.
Auch Irem aus dem 8. Jahrgang hebt die gestalterische Freiheit hervor:
„Ich konnte selbst entscheiden, was ich machen will. Es wurde einem Platz gelassen für Kreativität.“
Besonders schön findet sie den Gedanken an die Beständigkeit:
„Das ist cool, dass unsere Arbeiten noch später da sind, wenn wir schon längst nicht mehr auf diese Schule gehen.“
Kunst mit Augenzwinkern und Aussage
Wie viel Idee und Reflexion in den Motiven steckt, zeigt die Fliese von Tayyaba aus dem 11. Jahrgang. Sie wählte das bekannte Affengesicht, das sich nacheinander Mund, Augen und Ohren zuhält – inspiriert vom Schulalltag.
„Ich bin auf die Idee gekommen, weil die Schüler immer sagen: Ich habe nichts gesagt, getan und gesehen, wenn sie was angestellt haben.“
Und sie ist sich sicher:
„Die Schülerinnen und Schüler werden meine Fliese bestimmt krass finden.“
Mit dem Fliesenprojekt sind nicht nur Kunstwerke entstanden, sondern bleibende Spuren der Schulgemeinschaft. Wenn der Neubau im nächsten Schuljahr bezogen wird, wird an vielen Stellen sichtbar sein: Diese Schule wurde von ihren Schülerinnen und Schülern mitgestaltet.

